Konzertsaal
Nürnberg · 2005–2008
Das Gebäudeensemble der Nürnberger Symphoniker befindet sich im südlichen Kopfbau der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Seit 1963 nutzt das Orchester diesen Teil des unvollendeten Monumentalbaus; aus einer zunächst provisorisch gedachten Nutzung entwickelte sich über Jahrzehnte ein etablierter Kulturstandort. Mit der Generalsanierung und Erweiterung wurde der Bestand räumlich, technisch und funktional neu geordnet und zu einem zeitgemäßen Konzert- und Veranstaltungsort weiterentwickelt.
- Auftraggeber
- Nürnberger Symphoniker e.V.
- Ort
- Nürnberg
- Maßnahme
- Generalsanierung und Umbau
- Leistungsphasen (HOAI)
- 1-8 (Generalplanung)
- Status
- Realisiert
- Typologie
- Bildung & Kultur, Lichtplanung & Innendesign
- Jahr
- Fläche (BGF)
- 7.000 m²
- Hauptnutzfläche (HNF)
- 1.400 m²
Stand:
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht der bewusste Umgang mit der historischen Substanz. Die massive, weitgehend geschlossene Klinkerfassade wird nur punktuell geöffnet. Neue Bauteile bleiben als Ergänzungen ihrer eigenen Zeit ablesbar, ohne mit der Monumentalität des Bestands zu konkurrieren. An der Nordfassade schiebt sich eine transparente Lichtbox aus dem Baukörper und markiert weithin sichtbar den neuen Eingang. Eine breite, filigrane Stahltreppe und ein gläserner Aufzug führen in das Gebäude und bilden einen bewussten Kontrapunkt zur Schwere und Geschlossenheit der vorhandenen Architektur. Die unterschiedlichen Zeitschichten bleiben dabei nebeneinander sichtbar.
Mit dem neuen Zugang von der Bayernstraße, einem angemessen proportionierten Foyer sowie neuen Garderoben, Sanitäranlagen und einer barrierefreien Erschließung erhält das Haus erstmals eine seiner öffentlichen Nutzung entsprechende Adresse. Gleichzeitig wird der Vorplatz zum gemeinsamen Empfangs- und Aufenthaltsbereich für die Besucher der Nürnberger Symphoniker und des benachbarten Serenadenhofs.
Im Inneren wurden frühere Einbauten zurückgebaut, bestehende Wand- und Tragstrukturen saniert und konstruktiv optimiert. Der Konzertsaal selbst wurde vollständig ausgebaut und technisch erneuert. Damit verbindet der Umbau zwei zunächst gegensätzliche Aufgaben: den respektvollen Erhalt eines historisch belasteten Baudenkmals und die selbstbewusste Etablierung einer gegenwärtigen kulturellen Nutzung. Der 2008 eröffnete Musiksaal ist bis heute Spielstätte der Nürnberger Symphoniker.
Eine neue Adresse am historischen Bestand
Neben dem Konzertsaal ist die neue Erschließung an der Nordfassade Herzstück des Umbaus. Die Klinkerwand wird gezielt geöffnet und durch eine transparente Glasbox, eine filigrane Stahltreppe und einen gläsernen Aufzug ergänzt. Nachts wird der Eingang zum leuchtenden Zeichen am Dutzendteich und gibt den Nürnberger Symphonikern eine eigene Adresse.
Weiterbauen statt Überformen
Die neue Außentreppe wird zum prägenden Element der Erschließung. Sie setzt sich als leichte, eigenständige Struktur vor die massive Klinkerfassade und formuliert eine bewusste Öffnung des Bestands. Die Ergänzung bleibt als neue Zeitschicht lesbar - Alt und Neu treten dennoch in einen zurückhaltenden architektonischen Dialog.
Foyer und Erschließung
Im Foyer wird die vorhandene Tragstruktur Teil der neuen räumlichen Ordnung. Bestehende Stützen werden nicht kaschiert, sondern gestalterisch eingebunden und durch präzise gesetzte neue Elemente ergänzt. So entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Starrheit des Bestands und der Leichtigkeit des neuen Innenausbaus.
Weiterbauen statt Überformen
Der Rückbau früherer Einbauten legt die konstruktive Substanz des Gebäudes wieder frei. Mauerwerk und Tragstruktur werden gezielt instandgesetzt und ertüchtigt, ohne die Spuren der bestehenden Architektur zu überdecken. Der Umbau entwickelt sich aus dem Bestand heraus und macht dessen Materialität weiterhin ablesbar.
Vom Proberaum zum Konzertsaal
Der bisherige Proberaum wurde zu einem vollwertigen Konzertsaal mit 419 Sitzplätzen ausgebaut und technisch erneuert. Neue Ebenen, Zuschauerbereiche und eine auf den Konzertbetrieb abgestimmte Ausstattung schaffen einen eigenständigen Aufführungsort innerhalb des historischen Bauwerks. Zur Unterstützung der Finanzierung des Ausbaus initiierte HAGEN eine Stuhlpatenschaft.
Vom Proberaum zum Konzertsaal
Der 2008 eröffnete Musiksaal entstand aus dem ehemaligen Proberaum der Nürnberger Symphoniker. Heute bietet er 489 Sitzplätze. Gestaffelte Zuschauerebenen, präzise Lichtführung und die technische Ausstattung formen einen eigenständigen Konzertort innerhalb der historischen Kongresshalle.
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