Zum Inhalt
HAGEN® GmbH Planer und Architekten BDA

Campus für Forschung, Entwicklung und Light Industrial

Ludwigsburg · 2021

Aus einem Planungsgutachten mit anschließendem Wettbewerbsbeitrag entwickelt der Entwurf eine langfristige Perspektive für das ehemalige Produktionsareal von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg. Ziel ist die Transformation des gewachsenen Industriestandorts zu einem multifunktionalen Campus für Forschung und Entwicklung sowie Light Industrial – mit Flächen für High-Tech-Produktion, Montage, Versuchsstände, Logistik und ergänzende Büro- und Gemeinschaftsnutzungen.

Auftraggeber
INBRIGHT Development GmbH
Ort
Ludwigsburg – Mann+Hummel Areal
Maßnahme
Neubau und Bestandssanierung
Verfahren
Gutachterverfahren, Wettbewerb – 3. Platz
Leistungsphasen (HOAI)
1-2
Status
Nicht realisiert
Typologie
Industrie & Gewerbe, Büro & Verwaltung, Light Industrial & Logistik, Wettbewerbe & Gutachten
Jahr
Fläche (BGF)
107.800 m²
Brutto-Rauminhalt (BRI)
483.100 m³

Stand:

Das Areal wird in vier eigenständige, zugleich miteinander vernetzte Cluster gegliedert. Cluster I und II sind als prägnante Neubauten konzipiert, während in Cluster III und IV die vorhandene Bausubstanz weitgehend weitergenutzt, ergänzt, umgebaut und teilweise aufgestockt wird. Brücken zwischen den Clustern ermöglichen flexible Zusammenschlüsse zu größeren Nutzungseinheiten. Die bestehende industrielle Struktur wird damit nicht überformt, sondern zum Ausgangspunkt einer schrittweisen Weiterentwicklung.

Räumliches Rückgrat des Campus ist eine quartiersübergreifende Passage, die das Areal mit seinem Umfeld verbindet und eine neue kommunikative Mitte bildet. Gastronomie, Nahversorgung, Coworking, Fitness- und Aufenthaltsangebote ergänzen die Arbeits- und Produktionsflächen und schaffen einen lebendigen Campusalltag. Das Erschließungskonzept trennt Personen-, Liefer- und PKW-Verkehr konsequent voneinander und hält die zentrale Achse weitgehend verkehrsfrei.

Ein wesentlicher Entwurfsansatz ist der ressourcenschonende Umgang mit dem Bestand. Vorhandene Gebäude und technische Infrastruktur werden, wo sinnvoll, weitergenutzt; begrünte Dächer, Photovoltaikanlagen und vertikale Gärten ergänzen das Nachhaltigkeitskonzept. So entsteht aus dem ehemaligen Produktionsstandort ein flexibler, durchgrünter Forschungs- und Arbeitscampus, der industrielle Identität, neue Nutzungen und hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.

Städtebau

Die städtebauliche Setzung gliedert das Areal in vier Cluster und verbindet Bestand und Neubau zu einem zusammenhängenden Campus. Die zentrale Passage bildet das räumliche Rückgrat; quer dazu verknüpfen Höfe und Wege die einzelnen Bausteine. Erhaltenswerte Bestandsgebäude werden gezielt integriert und durch neue Volumen ergänzt, ohne die gewachsene Struktur zu überformen.

Volumenmodell

Die Modellstudien zeigen die Einbindung der neuen Baukörper in die gewachsene Werksstruktur. Prägnante Neubauten fassen die Ränder, während bestehende Hallen und Verwaltungsbauten Teil der neuen Ordnung bleiben. Unterschiedliche Gebäudehöhen und begrünte Dachflächen vermitteln zwischen industrieller Körnung, Campuscharakter und angrenzendem Stadtgefüge.

Längsschnitt Nord-Süd durch Cluster II & III

Längschnitt Nord-Süd durch Cluster I & IV

Schnitte

Die Längs- und Querschnitte machen die gestaffelte Höhenentwicklung und das Zusammenspiel von Hallen, Büroebenen, Parkierung und Passage ablesbar. Große Hallenvolumen werden mit mehrgeschossigen Büro- und Forschungsbereichen kombiniert. Die verbindende Passage bleibt als eigenständige, öffentlich orientierte Ebene durch das Quartier deutlich erkennbar.

Cluster III: Weiterbauen im Bestand

Die bestehende Gebäudestruktur von Cluster III wird weitgehend erhalten und gezielt weiterentwickelt. Gebäude 2.3 nimmt als mehrgeschossiges Parkhaus einen wesentlichen Teil des ruhenden Verkehrs auf und wird um ein Geschoss ergänzt. Auf dem Dach entsteht eine Kindertagesstätte mit eigenem Dachgarten – als neue Nutzung auf der vorhandenen Struktur.

Querschnitt West-Ost durch Cluster I & II

Querschnitt Ost-West durch Cluster III & IV

Cluster I / IV: Parken im UG und Anlieferung im EG

In Cluster I und IV liegen Parken und Anlieferung klar getrennt von den öffentlich zugänglichen Bereichen. Das Untergeschoss nimmt den ruhenden Verkehr auf; die Hallen werden im Erdgeschoss direkt angedient. Dadurch bleiben die zentralen Fußwege weitgehend frei von PKW- und LKW-Verkehr und erhalten dauerhaft eine hohe Aufenthaltsqualität.

Cluster I / IV: Büros im 1. und 2. OG

Über den Hallen und produktionsnahen Bereichen entwickeln sich flexible Büro- und Forschungsflächen. Im 1. Obergeschoss begleiten sie teilweise die Hallen als Mezzanine oder öffnen sich zu deren Lufträumen; im 2. Obergeschoss entstehen zusammenhängende Bürobereiche. Die Struktur unterstützt kurze Wege zwischen Entwicklung, Verwaltung und Produktion.

Cluster IV / III: Hallen und Showrooms

Die Cluster verbinden Hallen, Showrooms und ergänzende Nutzungen mit der bestehenden Gebäudestruktur. Im Erdgeschoss liegen großflächige Produktions- und Präsentationsbereiche; darüber bleiben Teile als Lufträume erhalten. Umbau, Aufstockung und Neubau werden so zu einer flexibel nutzbaren, eng verzahnten industriellen Gesamtstruktur verbunden.

Fragen zu Leistungen, Büro oder Projekten? Kontakt

Weitere Projekte