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HAGEN® GmbH Planer und Architekten BDA

Deutscher Hof und Opernpalais

Nürnberg · 2011–2014

Der Deutsche Hof bildet gemeinsam mit dem Nürnberger Opernhaus einen markanten Baustein am Frauentorgraben. Der 1912–1913 nach Plänen von Hans Müller errichtete Bau verbindet Elemente des Historismus und der deutschen Frührenaissance mit Jugendstileinflüssen. Nach Kriegszerstörungen, zahlreichen Umbauten und rund zehn Jahren Leerstand wurde das denkmalgeschützte Ensemble grundlegend saniert und für eine neue Nutzung als Verwaltungsgebäude weiterentwickelt.

Ort
Nürnberg – Frauentorgraben
Maßnahme
Generalsanierung und Neubau
Leistungsphasen (HOAI)
1-4
Status
Realisiert
Typologie
Büro & Verwaltung, Wohnen, Lichtplanung & Innendesign
Zertifizierung
Denkmalprämierung 2017 des Bezirks Mittelfranken für herausragende denkmalpflegerische Leistungen
Jahr
Fläche (BGF)
7.540 m²
Brutto-Rauminhalt (BRI)
24.000 m³

Stand:

Im Mittelpunkt der Planung stand die Rückgewinnung der architektonischen Identität des Hauses. Verlorene Bestandteile wie das historische Dach, Natursteinerker und der prägende Mittelrisalit am Frauentorgraben wurden auf Grundlage historischer Vorbilder wiederhergestellt. Gleichzeitig konnten die charakteristische Grundstruktur mit Mittelflur, die Sandsteinfassaden und die denkmalgeschützten Treppenhäuser bewahrt und in eine zeitgemäße Bürostruktur integriert werden. Neue Technik sowie heutige Anforderungen an Brand-, Schall- und Wärmeschutz wurden weitgehend in den Bestand eingeschrieben, ohne dessen räumlichen Charakter zu überformen.

Anstelle der nicht mehr erhaltungsfähigen Lessingsäle ergänzt das Opernpalais das Ensemble um einen eigenständigen Wohnungsneubau mit 27 Wohnungen und zweigeschossiger Tiefgarage. Der Neubau übernimmt wesentliche Höhenlinien des Denkmals, bleibt in seiner Fassadengestaltung jedoch bewusst zurückhaltend. Zur Westseite öffnen sich die Wohnungen mit Balkonen und Dachterrassen. So entsteht ein Ensemble, in dem Denkmalpflege und zeitgenössisches Weiterbauen als unterschiedliche, aber aufeinander bezogene Zeitschichten lesbar bleiben.

Objektphotos: Jonathan Danko Kielkowski, i.A. Terraplan (Titelbild, 1, 4, 5, 9-17), Hagen GmbH (2, 3, 6, 7, 8), Innenraumvisualisierungen: Terraplan (18-24)

Sanierungsstrategie

Die Sanierung folgt dem Prinzip, historische Substanz zu sichern und verlorene Raum- und Gebäudestrukturen zurückzugewinnen. Tragwerk, Fassaden und denkmalgeschützte Treppenhäuser wurden erhalten, spätere Überformungen zurückgebaut und die ursprüngliche Grundstruktur in die neue Nutzung integriert. Moderne Gebäudetechnik und heutige Anforderungen wurden dabei zurückhaltend in den Bestand eingefügt.

Denkmal

Prägend für den Deutschen Hof ist seine plastisch gegliederte Burgsandsteinfassade. Im Zuge der Restaurierung wurden kriegsbedingt verlorene Elemente wie Erker, Dachaufbauten und der Mittelrisalit am Frauentorgraben nach historischem Vorbild rekonstruiert. Auch die historischen Treppenhäuser mit ihren bauplastischen Details blieben erhalten. 2017 wurde die Sanierung für ihre denkmalpflegerische Qualität ausgezeichnet.

Büros

Die frühere Hotelstruktur erwies sich als tragfähige Grundlage für die neue Büronutzung. Der historische Mittelflur mit beidseitig angeordneten Räumen konnte weitgehend erhalten und zu zeitgemäßen Arbeitsbereichen weiterentwickelt werden. Besprechungs-, Büro- und Gemeinschaftsräume verbinden die charakteristische Raumfolge des Bestands mit den funktionalen und technischen Anforderungen eines modernen Verwaltungsgebäudes.

Wohnen

Das Opernpalais ersetzt die nicht mehr sanierbaren Lessingsäle durch einen ruhigen, eigenständigen Neubau. Sockel- und Traufhöhen nehmen Bezug auf den Deutschen Hof und binden den Baukörper in das historische Ensemble ein. Die 27 Wohnungen orientieren sich bevorzugt nach Westen und erhalten großzügige Balkone und Dachterrassen; darunter liegt eine zweigeschossige Tiefgarage.

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