Herzo:home Wohngebäude
Herzogenaurach · 2016–2019
Das Wohngebäude Herzo:home entstand im neuen Stadtteil Herzo Base auf dem Gelände des ehemaligen amerikanischen Militärstützpunkts im Nordosten Herzogenaurachs. Das rund 114 Hektar große Areal wurde nach dessen Aufgabe zu einem neuen Stadtquartier mit Wohn-, Gewerbe-, Bildungs- und Freiraumnutzungen entwickelt. Herzo:home ging aus einem mit dem 1. Preis ausgezeichneten Investorenwettbewerb hervor und bildet innerhalb des südwestlichen Wohnquartiers einen langgestreckten, dreigeschossigen Baukörper, der durch Vor- und Rücksprünge, Balkone und Terrassen in kleinere Volumeneinheiten gegliedert wird. Ein zurückgesetztes Staffelgeschoss reduziert die wahrgenommene Gebäudehöhe und bildet mit großzügigen Dachterrassen den oberen Abschluss. Insgesamt umfasst das Haus 24 unterschiedlich geschnittene Wohnungen, die über zwei kompakte Treppenhaus- und Aufzugskerne erschlossen werden.
- Ort
- Herzogenaurach
- Maßnahme
- Neubau
- Verfahren
- Investorenwettbewerb – 1. Preis
- Leistungsphasen (HOAI)
- 1-4
- Status
- Realisiert
- Typologie
- Wohnen, Wettbewerbe & Gutachten
- Energiestandard
- KfW-55
- Jahr
- Fläche (BGF)
- 4.478 m²
- Brutto-Rauminhalt (BRI)
- 13.900 m³
Die Wohnungsstruktur reagiert auf die unterschiedlichen Lagen im Gebäude. Vier großzügige Erdgeschosswohnungen orientieren sich zu privaten Gartenbereichen und Terrassen. In den beiden darüberliegenden Regelgeschossen liegen jeweils acht Wohnungen verschiedener Größe und Orientierung; kompaktere Einheiten in der Gebäudemitte werden mit großzügigeren Eckwohnungen kombiniert. Im zurückgesetzten Staffelgeschoss entstehen vier größere Wohnungen, deren weitläufige Dachterrassen die Staffelung des Baukörpers unmittelbar als besondere Wohnqualität nutzbar machen.
Die Architektur wird durch horizontale Fensterbänder, tief eingeschnittene Loggien und vorgelagerte Balkone geprägt. Bewegliche Schiebeläden setzen innerhalb dieser ruhigen Grundordnung wechselnde Akzente. Die Leitfarben „Ivory“ und „Basalt“ folgen der plastischen Gliederung des Hauses: Sie markieren einzelne Volumen, wechseln zwischen Vorder- und Rückseite und verstärken das Ineinandergreifen der unterschiedlichen Gebäudeteile. Das Wohngebäude wurde im KfW-55-Standard realisiert.
Gliederung und Maßstab
Der langgestreckte Baukörper wird durch gezielte Vor- und Rücksprünge, Balkone, Loggien und Terrassen in klar ablesbare Abschnitte gegliedert. Zwei kompakte Erschließungskerne strukturieren das Haus und ordnen die insgesamt 24 Wohnungen. Während die drei unteren Wohnebenen eine weitgehend zusammenhängende Gebäudefigur bilden, tritt das oberste Geschoss deutlich zurück. So entstehen großzügige Dachterrassen und eine feinere Höhenstaffelung. Die plastische Form entwickelt sich unmittelbar aus den unterschiedlichen Wohnungstypen und ihren Außenräumen: größere Eckwohnungen, Balkone, Gartenbereiche und Terrassen werden in der Fassade ablesbar und verleihen dem Gebäude trotz seiner Länge einen differenzierten Maßstab.
Farbe und Tiefe
Die Fassaden werden von einer horizontalen Grundordnung aus Fensterbändern, Balkonen und Loggien geprägt. Vor- und zurückspringende Bauteile erzeugen räumliche Tiefe und gliedern die lange Gebäudefigur. Bewegliche Schiebeläden ergänzen diese Ordnung um ein veränderliches Element und lassen die Ansichten je nach Nutzung unterschiedlich erscheinen. Die Leitfarben „Ivory“ und „Basalt“ folgen der plastischen Ausbildung des Hauses: Sie markieren einzelne Volumen, wechseln zwischen Vorder- und Rückseite und greifen an den Übergängen ineinander. So unterstützen Farbe, Öffnung und Tiefe gemeinsam die Gliederung des Gebäudes, ohne die Gesamtfigur in einzelne Häuser aufzulösen.
Unterschiedliche Wohnformen
Die 23 Wohnungen verteilen sich auf vier Wohnebenen und werden über zwei Treppenhäuser mit Aufzügen erschlossen. Im Erdgeschoss liegen vier größere Wohnungen mit direkt zugeordneten Terrassen und privaten Gartenbereichen. Das erste und zweite Obergeschoss bilden mit jeweils acht Wohnungen die dichter belegten Regelgeschosse und kombinieren kompaktere Einheiten mit größeren Eckwohnungen. Im zurückgesetzten Staffelgeschoss reduziert sich die Zahl auf drei großzügigere Wohnungen mit weitläufigen Dachterrassen. So entstehen je nach Lage und Geschoss unterschiedliche Wohnformen und Außenraumbezüge – vom privaten Garten über Balkon und Loggia bis zur Dachterrasse.
Quartier und Kontext
Herzo:home ist Teil der Entwicklung der ehemaligen Herzo Base zu einem neuen Stadtteil Herzogenaurachs. Unterschiedliche Wohnformen, Grün- und Freiräume prägen das Quartier. Der langgestreckte Baukörper fügt sich durch seine plastische Gliederung und das zurückgesetzte Staffelgeschoss maßstäblich in die Umgebung ein.
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