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HAGEN® GmbH Planer und Architekten BDA

Abfüllanlage und Kommissionierhalle

Nürnberg · 2019–2021

Mit der Neuordnung des Nürnberger Standorts von STAUB & CO. – SILBERMANN entsteht ein leistungsfähiges Werk für die Herstellung, Verarbeitung, Lagerung und Distribution chemischer Produkte. Kern der Erweiterung sind eine neue Abfüllanlage für kälteempfindliche Stoffe und Lebensmittelzusatzstoffe sowie eine Kommissionierhalle als logistisches Zentrum des Standorts. Ergänzend wurden die Fassaden der Bestandsgebäude saniert und in das übergeordnete Erscheinungsbild des Werks eingebunden.

Auftraggeber
Staub & Co. – Silbermann
Ort
Nürnberg – Ostendstraße
Maßnahme
Neubau
Leistungsphasen (HOAI)
1-8
Status
Realisiert
Typologie
Industrie & Gewerbe
Jahr
Fläche (BGF)
9.663 m²
Brutto-Rauminhalt (BRI)
42.820 m³

Stand:

Die Architektur übersetzt die unterschiedlichen betrieblichen und sicherheitstechnischen Anforderungen in eine klar gegliederte Industrieanlage. Offene Bereiche für die LKW-Abfertigung und leichte Hallenkonstruktionen stehen geschlossenen, robusten Bauteilen für die Gefahrstofflagerung gegenüber. Holz, Stahl und Stahlbeton werden entsprechend ihrer konstruktiven Eigenschaften und der jeweiligen Nutzung kombiniert. So entsteht eine materialgerechte Hybridstruktur, die effiziente Betriebsabläufe mit hoher Anpassungsfähigkeit verbindet.

Mit der Restrukturierung werden Logistik, Lagerung und Abfüllung räumlich neu geordnet und Wege innerhalb des Werks optimiert. Gleichzeitig führt der Neubau das architektonische Corporate Design der Standorte Gablingen und München in Nürnberg fort und verbindet Bestand und Erweiterung zu einem zusammenhängenden Industrieensemble.

Logistik als Entwurfsprinzip

Die Kommissionierhalle ist unmittelbar aus den betrieblichen Abläufen entwickelt. LKW fahren in den offenen Hallenbereich ein und können dort witterungsgeschützt be- und entladen werden. Der vordere Hallenteil ist als leichte Konstruktion ausgebildet, während die geschlossenen Bereiche für Lagerung und Umgang mit Gefahrstoffen in robuster Stahlbetonbauweise ausgeführt sind. Die Konstruktion folgt damit den jeweiligen Anforderungen an Nutzung, Spannweite und Widerstandsfähigkeit. Holz, Stahl und Stahlbeton werden gezielt kombiniert und bilden eine klar gegliederte Hybridstruktur, in der sich Logistik, Sicherheitsanforderungen und konstruktive Ordnung unmittelbar ablesen lassen.

Raumhöhe für Lagerung und Prozesse

Der Gebäudeschnitt zeigt die funktionale Organisation der Halle entlang eines zentralen Erschließungs- und Logistikkorridors. Zu beiden Seiten werden die verfügbaren Raumhöhen konsequent für Lagerung, technische Anlagen und großformatige Chemietanks genutzt. Die Kubatur folgt damit unmittelbar den Anforderungen der innerbetrieblichen Prozesse und schafft zugleich klare, gut überschaubare Funktionsbereiche. Unterschiedliche Hallenhöhen und Tragstrukturen reagieren präzise auf die jeweiligen Nutzungen. So entsteht eine effiziente räumliche Ordnung, die kurze Wege ermöglicht und gleichzeitig genügend Flexibilität für zukünftige betriebliche Veränderungen und technische Anpassungen bietet.

Materialgerechte Leichtbauweise

Die offene Hallenzone wird durch eine Zimmererholzkonstruktion geprägt. PVC-Wellplatten bilden die leichte Gebäudehülle, während tragende Stahlbetonstützen die robuste Primärstruktur stellen. Die klare Trennung der Materialien macht Konstruktion und Nutzung unmittelbar ablesbar.

Robust für Gefahrstoffe

Der rückwärtige, geschlossene Hallenteil reagiert auf die erhöhten Anforderungen der Gefahrstofflagerung. Die massive Stahlbetonkonstruktion schafft die erforderliche Widerstandsfähigkeit und bildet einen robusten Gegenpol zu den offenen, leichter konstruierten Hallenbereichen.

Hybrid und anpassungsfähig

Stege und Verbindungen kombinieren Holzbauteile mit Stahlknoten zu einer materialeffizienten Hybridkonstruktion. Die klar gefügten Bauteile reduzieren den Materialeinsatz und erleichtern zugleich spätere Anpassungen, wenn sich Betriebsabläufe oder Nutzungsanforderungen verändern.

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