Nibelungen Carrée
Regensburg · 2016–2023
Mit dem Nibelungen Carrée wird das ehemalige Wirtschaftsgebäude der Nibelungenkaserne zum identitätsstiftenden Mittelpunkt eines neuen Stadtbausteins am Regensburger Tech Campus weiterentwickelt.
- Auftraggeber
- MIP Immobilien GmbH & Co. KG
- Ort
- Regensburg
- Maßnahme
- Neubau und Bestandssanierung
- Verfahren
- Investorenwettbewerb – 1. Preis
- Leistungsphasen (HOAI)
- 1-4
- Status
- Realisiert
- Typologie
- Büro & Verwaltung, Wohnen, Einzelhandel & Gastronomie, Wettbewerbe & Gutachten
- Jahr
- Fläche (BGF)
- 18.500 m²
- Brutto-Rauminhalt (BRI)
- 72.000 m³
Stand:
Ausgangspunkt des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Investorenwettbewerbs ist die Verbindung von denkmalgeschütztem Bestand und selbstbewusstem Neubau zu einem gemeinsamen Ensemble.
Unterschiedliche Nutzungen werden dabei nicht additiv nebeneinandergestellt, sondern räumlich und funktional miteinander verknüpft. Der langgestreckte Kasernenbau wird behutsam saniert und für neue Schulungs-, Büro-, Veranstaltungs- und Gastronomienutzungen aktiviert. Ergänzend fasst der Neubau mit Einzelhandel, Gastronomie und weiteren gewerblichen Flächen die Freiräume und formuliert gemeinsam mit dem Bestand einen neuen, öffentlich wirksamen Quartiersmittelpunkt.
Die Außenanlagen übersetzen den vorhandenen Geländeverlauf in Terrassen, Rampen und begrünte Aufenthaltsbereiche. So entsteht ein vielschichtiger Ort, der die robuste Struktur des historischen Gebäudes bewahrt, vorhandene Raumqualitäten freilegt und zugleich die Transformation des ehemaligen Kasernenareals zu einem gemischt genutzten, urbanen Campus sichtbar macht.
Grün- und Freiraumkonzept
Das Freiraumkonzept entwickelt die vorhandene Topografie zu einer Abfolge begrünter Terrassen. Stauden, Gräser und Gehölze gliedern die Flächen und schaffen Aufenthaltsqualität zwischen Alt- und Neubau. Eine barrierearme Rampe schlingt sich durch die Bepflanzung nach oben und verbindet die unterschiedlichen Geländeniveaus selbstverständlich miteinander.
Nutzungsmix
Die Grundrisse organisieren einen vielfältigen Nutzungsmix aus Einzelhandel, Gastronomie, Büro-, Schulungs- und Veranstaltungsflächen. Eine besondere Rolle spielt das historische Untergeschoss des Kasernengebäudes: Durch das Freilegen des ursprünglich eingegrabenen Geschosses und vorgelagerte Geländeeinschnitte gelangt Tageslicht direkt in die Räume. So können bislang untergeordnete Flächen aktiviert und hochwertig genutzt werden, ohne die denkmalgeschützte Substanz durch tiefgreifende Eingriffe zu verändern. Im Neubau sind die publikumsintensiven Nutzungen den unteren Ebenen zugeordnet, während die Obergeschosse flexibel nutzbare Flächen aufnehmen. Bestand und Neubau werden über Freiräume, Erschließung und Nutzungsbezüge zu einem zusammenhängenden Ensemble verknüpft.
Baukörper
Zwei L-förmige Baukörper fassen das Carrée und definieren klare Raumkanten zum Quartier. Der Schnitt macht die vertikale Schichtung ablesbar: Unter dem Ensemble liegt die Tiefgarage, darüber orientieren sich Handels- und Gastronomieflächen zum Erdgeschoss und zu den öffentlichen Freiräumen; die Obergeschosse nehmen die höher gelegenen Nutzungen auf.
Historischer Bestand
Das ehemalige Wirtschaftsgebäude der Nibelungenkaserne bildet den historischen Anker des Ensembles. Seine robuste, langgestreckte Gebäudestruktur und charakteristischen Innenräume werden nicht überformt, sondern gezielt weiterentwickelt. Die Sanierung erhält die denkmalgeschützte Substanz und reaktiviert vorhandene Qualitäten – von großzügigen Raumfolgen bis zu historischen Kreuzgratgewölben. Neue Nutzungen für Bildung, Arbeit, Gastronomie und Veranstaltung werden so integriert, dass die räumliche Eigenart lesbar bleibt. Durch punktuelle Eingriffe, neue Erschließungen und das Freilegen bislang eingegrabener Bereiche erhält das Gebäude mehr Licht, Offenheit und eine neue Beziehung zu den Außenräumen. Der ehemalige Funktionsbau wird so zum lebendigen Mittelpunkt des Quartiers.
Erhalt des Bestandsbaumes
Die Ansichten zeigen das bewusste Zusammenspiel von historischem Kasernenbau, Neubau und Landschaft. Der große Bestandsbaum bleibt als prägendes Element erhalten und wird zum Mittelpunkt des Freiraums. Seine Krone vermittelt maßstäblich zwischen Alt und Neu und verleiht dem neu geordneten Ensemble unmittelbar Identität und gewachsene Atmosphäre.
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