Ausbildungszentrum mit Ausstellung und Filmstudio
Herzogenaurach · 2023–2026
Mit dem Neubau der zentralen Ausbildungsstätte der Schaeffler AG entsteht am Unternehmenssitz in Herzogenaurach ein Ort, der Ausbildung, Technologie und Unternehmenskultur in einer gemeinsamen räumlichen Struktur zusammenführt. Die „Gläserne Werkstatt“ macht Lernen und Arbeiten sichtbar und schafft ein Umfeld, das Offenheit, Austausch und Identifikation mit dem Unternehmen fördert.
- Auftraggeber
- Schaeffler AG
- Ort
- Herzogenaurach
- Maßnahme
- Neubau
- Verfahren
- Wettbewerb – 1. Preis
- Leistungsphasen (HOAI)
- 1-3 (Generalplanung)
- Status
- In Planung
- Typologie
- Industrie & Gewerbe, Büro & Verwaltung, Bildung & Kultur, Lichtplanung & Innendesign, Wettbewerbe & Gutachten
- Zertifizierung
- DGNB Pre-Check: Gold-Niveau erfüllt
- Jahr
- Fläche (BGF)
- 5.700 m²
- Brutto-Rauminhalt (BRI)
- 29.720 m³
Stand:
Das Raumprogramm verbindet klassische Lehrwerkstätten mit modernen Ausbildungsbereichen für Steuerungs- und Elektrotechnik, Robotik sowie Virtual und Augmented Reality. Ergänzt werden diese durch Projekt- und Schulungsräume, Büroflächen im New-Work-Standard sowie vielfältige Aufenthalts- und Sozialbereiche. Unterschiedliche Lern- und Arbeitsformen können dadurch parallel stattfinden und flexibel an Gruppen, Inhalte und Situationen angepasst werden.
Ein wesentliches Element des Entwurfs ist die konsequente Transparenz zwischen den unterschiedlichen Nutzungen: Werkstätten, Lernbereiche und gemeinschaftliche Zonen bleiben untereinander visuell verbunden. Dadurch entsteht kein klassisch gegliedertes Ausbildungsgebäude mit voneinander getrennten Funktionsbereichen, sondern ein offenes Haus, in dem Prozesse, Wissen und technologische Inhalte unmittelbar wahrnehmbar werden. Die Ausstellung ist dabei nicht als abgeschlossener Bereich gedacht, sondern eng mit der Nutzung des Hauses verknüpft. Entlang des Rundgangs werden Unternehmens- und Familiengeschichte, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Themen vermittelt. Gleichzeitig bleibt der Blick in die laufende Ausbildung erhalten. Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens werden so räumlich miteinander verbunden.
Neben der täglichen Ausbildungsnutzung ist das Gebäude auch für unterschiedliche Formen der Kommunikation und Repräsentation konzipiert. Empfang, Präsentation, Veranstaltung und informelle Begegnung werden selbstverständlich in den Gebäudebetrieb integriert. Ein professionelles Filmstudio erweitert diese Funktionen um einen eigenständigen Bereich für mediale Produktion und Unternehmenskommunikation. Der Neubau versteht sich damit nicht allein als Ausbildungsstätte, sondern als gemeinsamer Ort für Auszubildende, Mitarbeitende, Gäste und Geschäftspartner. Ausbildung wird sichtbar zum Bestandteil der Unternehmenskultur und erhält am Hauptsitz eine ihrer Bedeutung entsprechende architektonische Präsenz.
Die fünfte Fassade
Die Dachlandschaft wird als fünfte Fassade Teil des architektonischen und energetischen Gesamtkonzepts. Extensive Begrünung dient der Regenwasserretention, während Photovoltaikflächen regenerative Energie erzeugen. Nach Norden orientierte Sheddächer führen zusätzlich gleichmäßiges Tageslicht tief in das Gebäude.
Lernen zwischen Innen und Außen
Der südlich gelegene Pocket Park erweitert die gläsernen Werkstätten unmittelbar in den Außenraum. Als geschützter Arbeits-, Pausen- und Kommunikationsbereich bietet er Raum für informelles Lernen und Begegnung und schafft eine direkte Verbindung zwischen Ausbildungszentrum und Campus.
Vision Dock und Ausstellung
Ausstellung, Erschließung und Begegnung verschmelzen im Zentrum des Gebäudes zu einer offenen Raumlandschaft. Der Rundgang führt über mehrere Ebenen durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens und eröffnet dabei immer wieder Einblicke in Werkstätten und Lernbereiche.
Ein Raum – viele Möglichkeiten
Das Vision Dock bildet das kommunikative Herz des Hauses. Die flexibel bespielbare Fläche bietet Raum für Produktpräsentationen, Schulungen, Veranstaltungen und Empfänge. Sitzlandschaften, Espresso Bar und offene Aufenthaltsbereiche machen sie zugleich zu einem lebendigen Treffpunkt für Auszubildende, Mitarbeitende und Gäste.
Architektur aus Topografie
Die rund vier Meter Höhendifferenz des Grundstücks wird zum Ausgangspunkt der räumlichen Organisation. Gestaffelte Ebenen folgen dem Gelände und verbinden die unterschiedlichen Nutzungen zu einer kaskadenartigen Raumfolge. Dadurch können Werkstätten und Anlieferungsbereiche ebenerdig erschlossen und größere Maschinen direkt eingebracht werden.
Kaskadenartige Raumstruktur
Die innere Raumfolge entwickelt sich über versetzte Ebenen und verbindet Werkstätten, Ausstellung, Lern- und Aufenthaltsbereiche miteinander. Im Zentrum entstehen offene Kommunikationsflächen, während das zweigeschossige Filmstudio kompakt in die Gebäudestruktur integriert wird.
Effizient aus der Topografie entwickelt
Die Geschosse reagieren unmittelbar auf den ansteigenden Geländeverlauf. Tageslichtunabhängige Technik- und Nebenräume liegen kompakt im hangseitigen Gebäudebereich, während sämtliche Werkstätten ebenerdig angedient werden können. Auf einen zusätzlichen Lastenaufzug kann dadurch verzichtet werden.
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